Die Antennengalaxien NGC 4038 & 4039


Details

Antennengalaxien NGC 4038 und NGC 4039 – Kollision zweier Spiralgalaxien

Das Galaxienpaar NGC 4038 und NGC 4039 befindet sich im Sternbild Rabe (Corvus). Obwohl das Objekt auch von der Nordhalbkugel aus sichtbar ist, ergeben sich auf der Südhalbkugel deutlich bessere Bedingungen für Beobachtung und Fotografie.

Beide Galaxien befinden sich in einem vergleichsweise frühen Stadium ihrer Verschmelzung. Die beiden Galaxienkerne sind noch klar erkennbar, werden jedoch bereits stark durch die gegenseitige Gravitation beeinflusst. Durch die enormen Gezeitenkräfte werden Sterne, Gas und Staub auf weit ausgedehnte Bahnen gelenkt und bilden zwei markante Stern- und Materieströme. Diese sogenannten Gezeitenschweife verleihen dem System seinen bekannten Trivialnamen „Antennengalaxien“. Es handelt sich dabei also nicht um Spiralarme, sondern um Material, das während der Kollision aus den ursprünglichen Galaxienscheiben herausgezogen wurde.

Eine Kollision zweier Galaxien bleibt niemals ohne Folgen. Dort, wo Gaswolken aufeinandertreffen, entstehen starke Verdichtungen und Stoßfronten. Das Gas wird komprimiert und löst eine außergewöhnlich intensive Sternentstehung aus. Hinweise darauf liefern bereits Amateuraufnahmen, auf denen zahlreiche junge, heiße und deshalb blau erscheinende Sterne sichtbar sind.

Erst im Jahr 2026 zeigten Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops , dass sich in den dichten Staub- und Gaswolken zwischen den beiden Galaxien noch zahlreiche weitere, bislang verborgene Sternhaufen befinden. Viele dieser Haufen sind jünger als 2,5 Millionen Jahre und besitzen Massen von mehreren hunderttausend bis hin zu Millionen Sonnenmassen.

Neueste Untersuchungen liefern zudem Hinweise auf ein möglicherweise verborgenes supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum von NGC 4039. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre dies ein weiterer wichtiger Baustein zum Verständnis der komplexen Prozesse, die während einer Galaxienverschmelzung ablaufen.

Die Antennengalaxien geben uns möglicherweise einen Ausblick auf die ferne Zukunft unserer eigenen Milchstraße. In einigen Milliarden Jahren wird auch sie mit der Andromedagalaxie M31 kollidieren und verschmelzen. Die dabei entstehenden Strukturen könnten den Antennengalaxien erstaunlich ähnlich sehen.

The Antennae Galaxies NGC 4038 and NGC 4039 – A Collision of Two Spiral Galaxies

The galaxy pair NGC 4038 and NGC 4039 is located in the constellation Corvus. Although the system can also be observed from the Northern Hemisphere, the Southern Hemisphere offers significantly better conditions for both observation and astrophotography.

The two galaxies are currently in a relatively early stage of their merger. Their galactic nuclei are still clearly visible, but are already strongly affected by their mutual gravitational interaction. Enormous tidal forces have stretched stars, gas, and dust into vast streams extending far beyond the original galaxies. These structures, known as tidal tails, give the system its popular name: the Antennae Galaxies. They are not spiral arms, but material pulled from the galaxies during the collision.

A collision between two galaxies never occurs without consequences. Wherever giant gas clouds collide, strong compression and shock fronts develop. The compressed gas triggers an intense burst of star formation. Even amateur images reveal evidence of this process through the presence of numerous young, hot, blue stars.

In 2026, observations with the James Webb Space Telescope revealed that many additional young star clusters are hidden within the dense dust clouds between the two galaxies. Many of these clusters are younger than 2.5 million years and contain hundreds of thousands to millions of solar masses.

Recent studies have also uncovered evidence for a potentially hidden supermassive black hole in the center of NGC 4039. If confirmed, this discovery would provide another important piece in understanding the complex physical processes that occur during galaxy mergers.

The Antennae Galaxies may offer a glimpse into the distant future of our own Milky Way. In several billion years, the Milky Way is expected to collide and merge with the Andromeda Galaxy (M31). The resulting structures could look remarkably similar to those we observe today in the Antennae.


Image Details

Telescope Optics
Lacerta Newton 200/800

Mount
EQ6-R pro

Camera
Touptek ATR585M

Filters
LRGB

Integration Time
74x300s L, 24x300s R, 15x300s G, 24x300s B

Date
11th of May to 15th of May 2026

Conditions
Excellent Sky Conditions

Remarks

Object Details

Type of Object

Galaxy

Constellation
Corvus

Location
Kiripotib Guestfarm Namibia


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